| Hunden Helfen + Hunden Helfen + Hunden Helfen
Candy Sternenkind |
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Hallo, diese Geschichte berührte mich gestern bis tief in mein Herz. Lange sprach ich mit Bärbel dann darüber. Am Ende beschlossen wir, vielen Candys Geschichte zu erzählen. Denn ja sie macht doch Mut. Und wie sagt mein bester Freund immer "es geht immer um Alles".
Nicht aufgeben. Es lohnt sich. Alles Liebe Antje
Es war einmal im Jahr 1997, da streunte ein junges Hündchen ganz alleine im Wald einher und es dauerte Monate, bis man es angefüttert hatte und es dann irgendwann einem anderen Hund, dem Lockfogel, folgte und mit ihm in ein Auto stieg. Die Gefangenschaft begann, sie dauerte vier lange Jahre. Das Hündchen kam ins Tierheim in einen Zwinger und fürchtete sich schrecklich, so schrecklich, daß die Ohren und das Schwänzchen ganz in seinem langen Fell verschwanden und man keinerlei Mimik erkennen konnte. So kam es auch, daß niemand sah, wenn das Hündchen sich wieder zu fürchten begann. Vorallem vor Männern fürchtete es sich so sehr, daß es sie abwehrte indem es sie plötzlich ansprang, mitten ins Gesicht und mit seinen Eckzähnen Beulen schlug, Brillen zerstörte oder Nasenbluten verursachte. Es lernte über Zäune zu springen und zu flüchten. Es kam in einen Zwinger mit Dach und lief trotzdem wieder weg, es lernte Türen zu öffnen oder zwischen den Beinen der Leute durchzurennen, daß diese zu Fall kamen, und wenn es in Panik geriet konnte es nahezu fliegen. Hoftore, Zäune, das Tierheimgehe, 2,40 Meter waren kein Hindernis. Es linste nach Oberlichtern und sprang zum Fenster heraus oder hinein, jenachdem, wo es Gefahr witterte. 2001 beschlossen mein Mann und ich, Candy nach Hause zu holen aber sie wollte in kein Auto steigen. Die Mittagspausen verbrachte sie im Hof des Tierheims, an einer langen Leine am offenen Auto festgebunden, die Futterschüssel stand drin, Candy draußen. Am dritten Tag war der Hunger groß genug, Candy sprang hinein, wir haben noch tagelang im Auto gefüttert aber man durfte dieses nicht schließen. Ich öffnete die Beifahrertür und zog Candy sachte in den Wagen, sie sprang über mich hinweg drüben wieder raus. Irgendwann waren alle Türen geschlossen, wir fuhren ein ganz kleines Stück und Candy war verschwunden; ein ganzer Schäferhund einfach weg. Zwischen Fahrersitz und Ladefläche war ein Spalt, sie hatte sich in den Fußraum gequetscht. Drei Tage vor Sylvester sprang sie aus dem Zwinger, aus dem Hof, über den Zaun des Tierheims... Am nächsten Morgen lag sie wieder vor der Tür. Im Frühjahr 2002 waren wir soweit, Candy konnte mit nach Hause fahren. Sie erkundete den Hof, nahm Anlauf und sprang, ich hätte es wissen müssen... zurück ins Tierheim? Großalarm, Tierschutzleute, andere Tierheime, Polizei und Feuerwehr wurden alarmiert, bange Stunden, alle Suchaktionen umsonst, nachts um drei sprang sie zurück in den Hof und beschloß zu bleiben. Wir haben noch zweimal versucht, sie zu vermitteln, bei ihrer ersten Abwehraktion hatte sie jemandem die Lippen aufgeschlagen, einer weiteren Interessentin schlug sie mit dem Eckzahn bereits auf unserer Eingangstreppe eine Beule ins Gesicht. Und da war noch unser Patenkind, 4 Jahre alt, wir hatten ihr eingeschärft: Candy hat Angst. Das Kind krabbelte mit seinen Murmeln auf dem Boden, die Murmel rollte in Richtung Candy, diese schoß in Richtung Kind, welches heulend erklärte: „Ich hab sie erschreckt und nun hat sie Angst vor mir“, doch eine Freundschaft hatte begonnen. Beim Nächsten Gewitter, niemand war zu Hause, öffnete Candy die Küchentür, durchquerte das Dorf, sprang über zwei Tore, zu eben diesem Kind in den Garten und ließ sich trösten, bis ich nach Hause kam. Seither war Candy absolut „clean“. Sie lag inmitten der Kindergartengruppe mit Bauch nach oben und alle Kinder durften sich über sie beugen und sie streicheln, vor allem die Ängstlichen schätzten ihr sanftmütiges Wesen. Sie wurde jedermanns Liebling und hatte die Gabe, im richtigen Moment immer das Richtige zu tun. Unzählige, entlaufene Hunde hat sie angelockt, die Grimmigen beschwichtigt, die Kleinen getröstet, die Frechen erzogen, die Katzenbabys geputzt, die Menschen küssend begrüßt, sie liebevoll abgeschleckt...
Sie war eine Seele
Sie ließ sich stundenlang streicheln, umarmen und bürsten und liebte es, mit dem Staubsauger abgesaugt zu werden. Sie rollte sich hin und her und ihr Fell war schön wie nie zuvor. Sie hatte ihr inneres Gleichgewicht gefunden. Nach sechs Jahren in unserer tierischen Gemeinschaft ist sie heute über die Regenbogenbrücke gegangen, doch in unseren Herzen wird sie bleiben, für immer.
Bärbel, 9. April 2008
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